Smartphones revolutionieren die mobile Telefonie

Das Smartphone lässt sich grundsätzlich als Kombination von Mobiltelefon und mobilem PC betrachten. Es verfügt auf der einen Seite über die klassischen Funktionen eines „Handys“, also Telefonieren und Versenden von Kurznachrichten. Auf der anderen Seite ermöglicht es zahlreiche PC-Anwendungen, wie etwa das Surfen im Internet, die Textverarbeitung oder das Betrachten von Bildern und Videos.

Der Ursprung der Smartphones lässt sich auf die Communicator-Serie des Unternehmens Nokia aus dem Jahr 1996 zurückführen. Nicht zuletzt durch den hohen Preis wurden diese Geräte jedoch in erster Linie von Geschäftsleuten genutzt. An dieser Tatsache konnte sich lange Zeit nichts ändern, da die damaligen Möglichkeiten nur wenig Nutzen für Privatpersonen darstellten. Erst mit dem Ausbau der leistungsfähigen Mobilfunknetze höheren Generationen und der Verbreitung günstiger Mobilfunktarife konnten sich die Smartphones auch in der breiten Masse durchsetzen. Hier ist sicherlich das iPhone hervorzuheben, das im Jahr 2007 eingeführt wurde und eine rasante Entwicklung einläutete. Das iPhone konnte mit einem ansprechenden Design, starker Hardware-Leistung und einem komfortablen Touch-Display aufwarten, während es sich preislich auf einem hohen, aber bezahlbaren Niveau bewegte. Schnell folgten Konkurrenz-Modelle diverser Hersteller, die mehr oder weniger mit dem Apple-Produkt mithalten konnte. Als Auswahl sind die Hersteller Samsung, HTC, Blackberry, Nokia und Sony Ericsson zu nennen. Heutzutage finden Interessenten eine enorme Auswahl an Smartphones unterschiedlicher Preisklassen, darunter auch neue Versionen des iPhones und Modelle der Konkurrenz, die mit Apple gleichziehen konnten.

Auch Smartphones kommen nicht ohne Nachteile aus

Die zahlreichen Vorteile der Smartphones lassen sich übergreifend als Multifunktionalität beschreiben. Selbstverständlich können mit einem Smartphone Telefonate in bester Qualität geführt werden. Es kann zum Verfassen kurzer Textnachrichten oder langer Dokumente genutzt werden, wobei nicht auf Formatierungsoptionen oder etwa die Rechtschreibprüfung verzichtet werden muss. Bei entsprechendem Vertragsabschluss mit einem Mobilfunkanbieter kann nach Belieben im Internet gesurft werden, um beispielsweise Videos zu betrachten, nach Informationen zu recherchieren oder soziale Netzwerke zu nutzen. Das Smartphones dient weiterhin als Terminkalender, Spielekonsole oder Digitalkamera. Die meisten Smartphones können sogar als Navigationsgerät verwendet werden. Selbstverständlich birgt auch das moderne Smartphone Nachteile, die es zu betrachten gilt. Sehr ernüchternd ist sicherlich die Tatsache, dass die hohe Leistungsfähigkeit auch einen hohen Stromverbrauch fordert. Es ist keine Seltenheit, dass der Akku eines Smartphones täglich aufgeladen werden muss. Die Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten kann zudem unerfahrene Nutzer schnell überfordern. Nicht zuletzt beherbergt die Internet-Konnektivität stets auch das Risiko eines Malware-Befalls.

Da ein Smartphone PC-ähnliche Elemente aufweist, wird auch durch ein Betriebssystem gesteuert. In den Anfängen der Smartphones versuchten die meisten Hersteller, eigene Betriebssysteme durchzusetzen, was jedoch nur eingeschränkt gelang. So stattete der Hersteller Nokia etwa alle Geräte mit dem hauseigenen System „Symbian“ aus, was mittlerweile jedoch durch „Windows Mobile“ ersetzt wurde. Auch das Unternehmen Apple baut nach wie vor auf das hauseigene System „iOS“, kann damit jedoch bestehen. Dennoch liegt der größte Marktanteil in den Händen des Unternehmens Google. Google kaufte im Jahr 2005 das Betriebssystem „Android“, das heute auf nahezu 50 % aller Smartphones installiert ist. Ebenfalls in Analogie zu einem PC ist auch die Hardware-Ausstattung zu betrachten. Ein Smartphone besteht somit unter anderem aus einem Prozessor und einem Arbeitsspeicher – zwei wichtige Elemente für die Leistungsfähigkeit. In diesem Bereich finden schnelle Entwicklungen statt, so dass moderne Geräte mittlerweile Prozessor-Leistungen von mehr als 1 GHz aufweisen können. Stark diskutiert wird hier allerdings die Frage, nach der Prozessor-Kern-Zahl. Während der Trend in Richtung von vier Kernen weist, sprechen Skeptiker davon, dass die geringe Leistungssteigerung einen unverhältnismäßig hohen Stromverbrauch mit sich bringt.

Smartphones personalisieren: mit Apps zu mehr Individualität

Apps (kurz für „Applications“) stellen ein zentrales Thema in Bezug auf Smartphones dar. Grundsätzlich handelt es sich um Programme, die auf dem Mobilfunkgerät installiert werden können. Es sind sowohl kostenfreie als auch käufliche Apps im Internet verfügbar. Die Anzahl wächst ständig und damit auch die Anwendungsvielfalt. So findet man beispielsweise Spiele sowie Organizer-Software, aber auch Apps, die als Wasserwaagen oder Höhenmesser fungieren.

Aktuell besitzt etwa jeder dritte Deutsche ein Smartphone. Dieser Anteil wird sich in den kommenden Jahren sicherlich vergrößern. Weiterhin ist abzusehen, dass der Anteil der Android-Smartphones steigen wird. Scheinbar ist ebenso zu erwarten, dass ein verstärkter Fokus auf die Displays der Smartphones gelegt werden wird. Bereits jetzt findet ein Wettstreit der Hersteller um das größte und hochwertigste Display statt. Moderne Modelle sind kaum mehr mit einer Hand zu bedienen und weisen Auflösungen auf, die Bilder und Videos gestochen scharf darstellen können. Unklar ist hingegen, wie das Akku-Problem gelöst wird. Noch sind keinerlei neue Akku-Techniken in Aussicht, weshalb die Hardware-Aufrüstung zwangsweise zum Erliegen kommen muss. Andernfalls wird sich die Akku-Laufzeit auf ein Minimum reduzieren.